Home
Felix M. Hummel
04 November 2009 @ 10:39 am
Heute bekam ich einen Brief von einer "Eliteakademie Bayern". Die echten Breifmarken auf dem Umschlag machten mich etwas stutzig, eine Postwurfsendung war es schon einmal nicht. Außerdem stand meine Adresse darauf. Das wunderte mich schon etwas, normalerweise gebe ich immer meine Heimatadresse an, weil ich mir noch nie die Mühe gemacht habe mir die Postleitzahl von Bischberg zu merken.

Als ich dann den Umschlag aufriss und dabei darauf achtete die Briefmarken nicht zur beschädigen -ich habe einmal gesammelt, heute werfe ich einfach alle in eine Schublade, mit der Absicht sie abzulösen und zu sortieren, sobald ich in Rente gehe- fiel mir ein packen Werbebroschüren entgegen.

Ich las nur ganz flüchtig, da es sich nicht um ein Stipendium zu handeln schien, sondern irgendein Gesülze von Kompetenztraining enthielt. Aber der erste Satz war "Herzlichen Glückwunsch zu ihren hervorragenden Noten..."

In Ordnung, wer kennt also nun meine Noten? Der Lehrstuhl und das Prüfungsamt. Da ich es für vollkommen unwahrscheinlich halte, dass einer der Professoren oder Assistenten meine Daten weitergegeben hat. Das ulkige ist nur, dass ich mein Formular, welches dem Prüfungsamt erlaubt meine Daten weiterzugeben, erst letzte Woche bekommen und noch ausgefüllt vor mir liegen habe.
Wieso soll ich so einen Wisch schreiben, wenn sie es ohnehin einfach so machen?
Außerdem scheinen diese Blätter nichts mit der im Formular erwähnten Studienstiftung des deutschen Volkes zu tun zu haben.

Ich gehe morgen einmal nachfragen
 
 
Felix M. Hummel
03 November 2009 @ 09:17 am
ht tp://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,658850,00.html

...und sofort wird keine Lebensversicherung für gefallene Soldaten mehr ausgezahlt. Jede Versicherung schließt ausdrücklich den Kriegsfall aus, das würde sie zu teuer kommen.
Das haben sie ja wirklich fein gemacht, Herr Ritter vom und zum Klaren Wort. Als nächstes lassen sie sich dann einfallen, wie man den "Krieg" nun mit dem Grundgesetzt vereinbaren kann. Ein humanitärer Einsatz wäre ja in Ordnung gewesen, aber Krieg führen dürfen wir eigentlich nur bei einem direkten Einsatz.
Hat diesem Mann denn niemand gesagt, dass es gute Gründe, dass diese Angelegenheit nicht Krieg genannt werden darf.
 
 
Felix M. Hummel
31 October 2009 @ 06:39 pm
"Die Fabrik des Universums könnte dabei zerspringen"

Außerdem wurde die Sandwich-Kette Subway als U-Bahn übersetzt.

Können diese Übersetzer überhaupt Englisch?
 
 
Felix M. Hummel
30 October 2009 @ 03:27 pm
Heute wurde per Massenmail eine Benachrichtigung an alle Studenten versandt, welche letztes Semester Zwischenprüfung gemacht haben. Sie enthielt ein Formular, welches der Universität dem Datenschutz gerecht erlaubt, Informationen über Noten und Semester an die Studienstiftung des Deutschen Volkes weiterzugeben. Wenn man an Lottospielen glaubt, kann man mit einer 1,0 in beiden Fächern ein Stipendium bekommen.

Was mich jedoch sehr amüsiert hat, ist wie bei dieser Datenschutzerklärung mit dem Datenschutz umgegangen wurde: Jeder Empfänger erhielt mit seiner Mail die Emailadressen aller anderen Empfänger.
Besonders lustig wäre das, wenn nur herausragende Studenten so etwas bekommen hätten, aber das ist nicht anzunehmen.

Braucht irgendjemand geschätzte 50 Emailadressen für seine Spamliste?
 
 
Felix M. Hummel
29 October 2009 @ 05:02 pm
Ich glaube ich bin Momentan auf einem gewissen Tiefpunkt angelangt. Nichts funktioniert mehr.
Ich sitze antriebslos herum und abreite stur auch an Referaten, von welchen ich schon beschlossen habe sie sowieso nicht zu halten.
Ich kann so nicht mehr weiter machen. Mein Leben besteht so gut wie nur aus der Arbeit für die Uni. Und davon habe ich sowieso nichts.
Wenn ich das noch einige Zeit so halte, dann bekomme ich über kurz oder lang einen Nervenzusammenbruch. Ich brauche eine Freundin.
 
 
Felix M. Hummel
27 October 2009 @ 05:18 pm
Und sehen sie demnächst: Ein Verbot von Kriminalromanen und -filmen. Warum? Dort begehen die beschriebenen Personen verbrechen und kommen oft sogar ungeschoren davon. Es kann ja nicht sein, dass fiktive Welten ein Rechtsfreier Raum sind.

ht tp://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=3055

Und wir halten uns alle an der Hand und singen Kubmbaya. (nein, ich weiß nicht wie man das schreibt, will ich auch nicht wissen)
 
 
Felix M. Hummel
25 October 2009 @ 02:35 pm
...und das Bedingungslose Gottvertrauen von Frau Angela Merkel unserer Filzkanzlerin

ht tp://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs
 
 
Felix M. Hummel
24 October 2009 @ 12:24 am
... ja, wie es der Volksmund sagt, gibt es wirklich Tage, an welchen man gar nicht so viel Fressen kann, wie man kotzen möchte.
ht tp://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/788/492149/text/

Ein paar Neoliberalisten kommen dazu, sonst werden einfach alle Ämter hin und her geschoben. Inkompetente Minister bekommen Posten von welchen sie noch weniger Ahnung haben sollten. Einen Gipfel stellt jedoch dieser Thomas de Maizière dar:

"Müssen wir nicht die Menschen vor Denunziation, Entwürdigung oder unseriösen Geschäften schützen wie im Zivilrecht? Ähnlich wie auf den Finanzmärkten brauchen wir mittelfristig Verkehrsregeln im Internet. Sonst werden wir dort Scheußlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen." (Quelle: rp-online.de)

Nun noch einige Worte zur Schweinegrippeimpfung: Es ist erstaunlich, dass die verantwortlichen Politiker sich nicht einmal politisch verhalten könnten. Dies würde bedeuten, dass sie ihre Entscheidungen so treffen, dass die Bürger glauben, ihre Gesundheit wäre in guten Händen. Aber nein, man stellt sich so dämlich an, dass sie die Verschwörungstheorien eigentlich gleich über ihren Pressesprecher verkünden hätten lassen können. Wäre es denn so schwer gewesen, die beiden Impfstoffe einfach zufällig zu vergeben.
Ich möchte auch einmal wissen, welcher Hornochse -oder welche Hornkuh- es -doch sicher aus der FDP- gewesen ist, der oder die geglaubt hat, dass die Öffentlichkeit es wohlwollend aufnimmt, dass die Staatsfinanzen mit einem Schatten- oder Parallelhaushalt schöngeschrieben werden sollen. Jetzt braucht man gar nicht mehr versuchen, dies zu erklären: Der Bürger hört nur noch Doppelte Buchführung und Finanzbetrug.

Es gibt meiner Meinung nach nur noch drei Erklärungen: Die Verantwortlichen sind vollkommen verblödet und merken nicht mehr was sie sagen. Die Verantwortlichen halten ihre Ideen für vollkommen ausgereift und klug, sind aber durch ihren vielen Rethorikkurse sprachlich so weichegeschlagen, dass sie es nicht schaffen auch nur ein einzelnes logisches Argument für ihre Meinung von sich zu geben. Die Verantwortlichen sehen sich durch die Wahl nicht mehr als Volksvertreter, sondern als gewählte, absolutistische Herrscher, welchen gleich dem Leviatan alle Entscheidungsmacht übertragen wurde, weshalb sie glauben, dass sie sich gar nicht mehr um ihr Bild in der Öffentlichkeit kümmern müssten.
Ich tendiere zu letzterer Erklärung. Der moderne deutsche Politiker scheint zu denken, dass er mit der Wahl die Macht erhalten soll, auch eine Weise zu handeln, wie er es für das Beste hält. Das ist nur dann leider keine Demokratie. Wir wählen ja so keine Volksvertreter, sondern kleine Könige
 
 
Felix M. Hummel
16 October 2009 @ 01:02 pm
...lernt man bei Computerspielen. Das alle unserer Amokläufer, welche mit ihrer Tat "erfolgreich" waren bisher Kontakt zu Schützenvereinen hatten und nur aus diesem Grund überhaupt an Waffen und Training heran kamen kann völlig ignoriert werden.
So sieht es Roland Steger aus dem Schützenverein "Adler" in Mitterhöll in einem Interview in unserem Tagesschmierblatt. Seiner Meinung nach gibt es nichts sichereres als einen gut ausgebildeten Schützen, denn man lerne ja nicht wie in Counter Strike das Töten von Menschen, sondern den verantwortungsvollen Umgang mit einer Waffe.
Und das Zielen? Nur ein Nebeneffekt natürlich. Auch ich unterstütze selbstverständlich das Vorhaben Stegers Schießunterricht an den Schulen einzuführen. So kommen solche Katastrophen wie in Ansbach oder Emsdetten nicht mehr vor: Bei diesen Vorfällen haben eindeutig nicht genügend ausgebildete Amokläufer gehandelt, weshalb ihnen der gewünschte Erfolg auf verwehrt blieb. Schafft man nun Ausenstellen der Schützenvereine in die Schulen, so können neben den Schülern auch die Amokläufer der Zukunft von der Pike auf lernen, wie man (ziel)sicher mit Waffen umgeht und wie man in einen Verein eintritt um an ordentliches Material heranzukommen.

Um es kurz zu machen, selbst wenn man die komplette Verantwortung auf Computerspiele schiebt, wie es Steger tut, so ist die Idee Schießunterricht in den Schulsport einzubinden an Stumpfsinnigkein kaum zu überbieten: Schließlich hören die Schüler dadurch wohl nicht auf Computerspiele zu spielen, es würde also die Mordlust und die Ausbildung zusammenkommen. Ja sogar Kinder, die sonst niemals in ihrem Leben eine Waffe in die Hand bekommen hätten, werden so -wenn auch zu schlechten- Schützen ausgebildet.
Aus diesem Grund verwundert es mich sehr, dass solche Aussagen wie die Stegers in der Öffentlichkeit nicht auf mehr Widerstand stoßen.

Alles in allem ist es doch so, dass man zwar nicht sagen kann, dass die Teilnahme an Schießübungen die Neigung zum geplanten mörderischen Wahnsinn erhöht, aber dass sie sehr wohl die Opferzahl erhöhen kann, falls geplanter mörderischer Wahnsinn eintritt.
 
 
Felix M. Hummel
Warnung: Diese Meinungskritik enthält Details über den Plot des Buches.

Man nehme zwei wage beschriebene Liebesgeschichten, halbgare Road-Trip-Elemente, eine Handvoll Ortsnamen einer literarisch wenig aufgearbeiteten Region, ein bis zwei Ekelszenen rund um Körperflüssigkeiten, etwas Pornographie, Drogen und Gewalt, gieße das ganze in absichtlich plumpe Sprache und gebe den so entstandenen Brei in eine gut eingeölte Borg-Textform, wie man sie aus dem Internet kennt, mit etwa einem Absatz pro Seite.
So entsteht das Buch „Paradiso” von Thomas Klupp.

Der Protagonist, aus dessen Ego-Perspektive (mit EGO in Großbuchstaben) erzählt wird, steht auf den ersten Seiten des Buches an einer Autobahntankstelle und wartet auf seine Mitfahrgelegenheit. Er möchte nach München um mit seiner Freundin in den Urlaub zu fliegen. Da diese jedoch sein Auto zu Schrott gefahren hat, kommt er nur so dort hin.
Aufgrund seiner Ungeduld wartet er nicht auf das richtige Auto sondern wird von einem alten Freund, der sich eher als Feind entpuppt, mitgenommen, so dass er letztendlich durch Zufall in die Nähe seiner alten Heimat, Weiden in der Oberpfalz kommt. Dieser Road-Trip wird gewürzt durch eine recht sinnfrei erscheinende Szene in einem Autobahn-Pornoladen, ein Gespräch mit einem zum Wahren Glauben bekehrten Lastwagenfahrer und eine wahnsinnige -dafür junge und hübsche- Hippy-Tante.
Dort schnappt er zufällig auf, dass gerade an diesem Tag die angesagteste Party der ganzen Region, das sogenannte „Filterwochenende” am Steinbruchsee „Paradiso” bei Hirschau stattfindet. Da ich recht jämmerlich einsam bin und kaum ein Sozialleben habe, kann ich nicht sagen, ob es dieses Wochenende wirklich gibt. Gehört habe ich davon noch nie.
Er fährt dort hin, dröhnt sich mit dort zu Spottpreisen angebotenem Speed und Gras zu, schläft schnell mit seiner Ex-Freunding und schlägt seinen besten Freund krankenhausreif, wenn nicht sogar tot.
Danach fährt er das Auto seines Vaters auf dem Weg nach München im Drogenrausch zu Schrott, schafft es aber dennoch -mit der Hilfe der katholischen Kirche und einem der berühmten Münchner Parkplatz-Bauern- rechtzeitig zum Flughafen.

Im Klappentext des Buches wird von dem Protagonisten gesagt, er sein ein „Blender im Hier und Jetzt” und „spricht aus was [die Leser] schon immer fühlten, aber nie zu denken wagten”.
Ich weiß nicht welches Buch die Autoren dieser Texte gelesen habe, aber scheinbar nicht das gleiche wie ich. Ich empfand „Paradiso” als die Geschichte eines unglaublich schlechten Lügners, welcher zum großen Teil Dinge denkt, welche viele an Stammtischen aussprechen, aber wahrscheinlich von den wenigsten Lesern jemals so empfunden werden.
Man nimmt es der Hauptperson nicht besonders gut ab, ein Blender zu sein, also jemand, der sein Leben auf einem komplexen Geflecht aus Lügen und Schein aufbaut. Zwar lügt er in jedem Gespräch das Blaue vom Himmel herunter, doch sind diese Geschichten plump und für die Belogenen oft nachprüfbar. Sein ganzes Gebäude aus Geschichten und Unwahrheiten, welches im Buche gerade im Zerfall begriffen ist, erscheint so wackelig, dass man es nur schwer glauben kann, dass er sich mit dieser Einstellung bisher noch nicht in die Nesseln gesetzt hat.
Es scheint so zu sein, dass Klupp seinen Protagonisten als vollkommen Anthihelden, als unmoralisches Schwein und Arschloch hinstellen wollte. Ich meine, dass es ihm höchstens halbwegs gelungen ist. Vielleicht habe ich andere Vorstellungen von der Moral als der Autor, aber auf mich macht dieser Böhm keinen großartigen Eindruck. Ja, der Hauptcharakter ist ein Arschloch, aber nicht viel mehr. Der versprochene „Sog aus Amoralität, Lügen und Schamlosigkeit” ist in Wirklichkeit ein relativ harmloser Papiertiger. Zwar sind einige Szenen wirklich sehr explizit und auch etwas unappetitlich, aber nicht schockierend. Vielleicht hätte das Buch in den sechzigern Aufsehen erregt. Ich weiß es nicht.
Der Protagonist handelt nach seinem bestmöglichen Vorteil, ist aber nicht besonders gut darin, so dass er nur kurzlebigen Erfolg hat. Seine Meinungen und Gedanken sind sehr wankelmütig, lassen sich aber grob in die Richtung Reaktionär einordnen.
Sein größtes moralische Dilemma in dem Buch scheint zu sein, dass er sich nicht entscheiden kann, ob er seine Freundin am Flughafen sitzen lassen und zu seiner Ex zurück soll, oder alles wie geplant ablaufen lässt. Zusätzlich möchte er wohl seinem besten Freund im nicht sexuellen Sinne seine Liebe gestehen, versucht ihn aber dann umzubringen, da er bemerkt, dass dieser der einzige ist, welcher seine Blender-Natur kennt und ans Tageslicht bringen will.
Der Autor muss ja eine sehr schlechte Meinung von der Menschenkenntnis der Menschen haben, wenn er glaubt, dass nur ein sehr enger Kindheitsfreund einen solch hochtrabenden und plumpen Lügner entlarven könnte.
Das Drogenproblem dieses jungen Filmstudenten erscheint etwas aufgesetzt. Es wird erst gegen Ende des Buches erwähnt und spielte zuvor überhaupt keine Rolle. Ich hatte ihn zunächst für einen gelegentlichen Kiffer, wie es wohl die meisten Studenten sind, gehalten, aber die Art wie er sich dann auf das angebotene Speed stürzt, sagt etwas anderes aus.

Die gesamte Kette der Ereignisse des Buches ist relativ zufällig und besteht aus Erinnerungsbrocken, Gedanken und aktuellen Geschehnissen, die dem Protagonisten zustoßen. Als Roter Faden dient die mehr oder weniger unfreiwillig mit Umwegen behaftete Reise von der Tankstelle nach München, wobei der Höhepunkt des Spannungsbogen sehr klassisch in den letzten Seiten vor dem Ende konzentriert ist und dort dann auch absackt.
Der Autor schreibt im Präsens und verzichtet vollkommen auf wörtliche Rede. Zusätzlich macht er, wie ich bereits erwähnt habe, nur ein Minimum an Absätzen, was ich persönlich als relativ störend für die Lesbarkeit erachte. Andererseits gleicht er diesen Makel durch sehr kurze Sätze und eine schnörkellose, man möchte sagen, primitive Sprache wieder aus.
Ich für meinen Teil kann eine solche Schreibweise nicht besonders leiden, was der Grund sein kann, dass ich vor moderner Literatur häufig zurückschrecke. Ich kann es dem Autor jedoch nicht als Mangel anrechnen

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass Thomas Klupp mit „Paradiso” versucht hat, „Faserland” von Christian Kracht in die Oberpfalz zu versetzten. Im Gegensatz zu diesem Buch ist er die Sache aber eher harmlos angegangen und kann auch mit seinen auf widerwärtig oder pornographisch (-dieses Wort benutze ich hier nicht unbedingt im negativen Sinne, aber „erotisch” wäre das grundfalsche Wort-) geschnittenen Szenen nicht annähernd an diesen Eindruck heranreichen.
Direkt vergleichen lassen sich die Bücher allerdings nicht, schließlich wird mit einer vollkommen unterschiedlichen Grundlage gerabeitet. In „Faserland” -welches mir im übrigen auch überhaupt nicht gefallen hat- ist es die Hoffnungslosigkeit, in „Paradiso” die Unfähigkeit eines einzelnen. Darin liegt allerdings auch der Hund begraben. Was kann der Leser aus einer Geschichte ziehen, die sich einzig und allein um einen sehr ungeschickten Menschen dreht, dem es allein aus seiner eigenen Schuld heraus nicht möglich ist, sein Leben im Griff zu halten? Dieser Mensch kann nicht einmal als schlechtes Beispiel dienen, da die Aneinanderreihung der Ereignisse aufs höchste Unwahrscheinlich ist. Selbst wenn man voraussetzt, dass der Autor vieles aus seinem eigenen Leben eingebracht hat, so ist der Ablauf unglaubwürdig und die Reaktionen des Protagonisten sind selten nachvollziehbar.
Das Buch kann vielleicht als zu egozentrisch betrachtet werden um viele Menschen in ihrem eigenen Empfinden anzusprechen
So wirkt das ganze sehr ziellos, man ist sich nicht sicher, auf welche Aussage der Autor hinaus will, oder ob es überhaupt eine solche geben soll. Gleichzeitig fehlt mir persönlich auf jeder Berührungspunkt zu den Personen und Begebenheiten des Buches, so dass ich überhaupt keinen Anreiz dazu habe, einen Schluss daraus zu ziehen.
Die Oberpfalz ist in diesem Buch nichts weiter als eine Kulisse aus Ortsnamen und Pappmaché. Die Handlung könnte überall stattfindend. Es wäre kein Problem das ganze, sagen wir nach Brügge zu verlegen. Dies ist natürlich nicht unbedingt schlimm, aber da ein Großteil der Leser das Buch gekauft haben wird, weil es eben in ihrer Heimat spielt, könnten doch viele Leute etwas enttäuscht sein.

Nach einer so vernichtenden Kritik muss ich sagen, dass ich solche Bücher für gewöhnlich gar nicht lese. Mein Vater hat es mir geliehen.
Am besten einfach selbst ein Bild davon machen.
 
 
Felix M. Hummel
30 September 2009 @ 09:37 pm
ht tp://www.baden-wuerttemberg.de/fm7/2028/BERICHT_Expertenkreis_Amok_25-09-09.pdf

Zitat:“Die Täter verfügten zum Teil über eine enorme Treffsicherheit durch
Einübung mit scharfen Schusswaffen oder bestimmten Computerspielen.”

Ich möcht hier noch einmal eine Lanze für Computerspiele brechen indem ich sage: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese Aussage absoluter Blödsinn ist.

Bevor meinen Jagdschein begonnen habe, habe ich eine Zeit lang sehr viele Shooter gespielt.
Als ich das erste Mal überhaupt einen Schuss mit einem echten Gewehr abgegeben habe, schlug mir das Zielfernrohr gegen die Stirn, der Schaft gegen die Schulter und die Kugel in der Decke über der Zielscheibe ein. Wenn jemand lange Zeit an Shootern "geübt" hat, dann begegnet er, wenn er eine echte Waffe in die Hand bekommt etwas vollkommen unbekanntem: Dem Rückstoss.
Danach habe ich ersteinmal lange gar nichts mehr getroffen, denn durch die Angst vor dem Rückstoss habe ich jedes Mal kurz vor dem Abrdücken verrissen. Ich musste sehr viel Üben um überhaupt zu treffen. Und das geht nicht mit Computerspielen.
Mit der Pistole oder dem Revolver war es noch schlimmer. Ich hätte beinahe den Seilzug der Zielscheibe abgeschossen und mir den Daumen am zurückschnellenden Schlitten aufgerissen. So ein Ding rühre ich so schnell nicht noch einmal an. Man kommt auf der Jagd, denke ich, auch ohne eine Kurzwaffe aus.
Mit der Schrotflinte sah es auch nicht viel besser aus. Hier könnte man beim Tontaubenschießen vielleicht noch die größten Parallelen zum Computerspiel finden, denn hier geht es um Reaktionsfähigkeit, der Rückstoß ist nicht so schlimm und es ist ein _Spiel_. Aber der Bewegungsablauf ist natürlich ein völlig anderer und er muss vollkommen unabhängig von irgendwelcher Computerspielerfahrung eingeübt werden.
Ich habe 112 Schuss gebraucht um meine erste Tontaube zu treffen. Meine Schulter hatte nie ein satteres, schöneres Blau.

Mein Fazit: Mit Computerspielen schießen zu üben, ist so wie mit Rennspielen Autofahren zu üben. Und das letzteres geht, hat noch niemand behauptet. Auch hierfür könnte ich ein Beispiel angeben, aber beleidige ich vielleicht nur jemanden^^
 
 
Felix M. Hummel
28 September 2009 @ 07:30 pm
Tropico 3

Tropico 3 ist eines jener wenigen Spiele, welche ich schon Monate vor ihrem Erscheinen sehnsüchtig erwartet und entgegen meiner Gewohnheit zum Vollpreis erstanden habe. Es passiert nur selten, dass ich mich über solche spiele ärgern muss. Bei Tropico 3 ist dies leider der Fall.
Zuersteinmal muss ich sagen, dass das Spiel an sich sehr gut ist. Man hat das Spielprinzip des hervorragenden ersten Teils ohne große Experimente übernommen und mit einer schönen, frei beweglichen 3D Grafik ganiert. Die Atmosphäre hat daran nicht gelitten, auch wenn die Musik eindeutig langweiliger ist, als im ersten Teil.
Es gibt mehr Edikte und Einflussmöglichkeiten, es ist möglich eine Geheimpolizei einzurichten und die Zufälligen Ereignisse, welche in „Paradise Island” nur aus unbedeutenden Exportpreisschwankungen und apokalypthischen Orkanen bestanden, wurden zu einem spannnenden Netzwerk subervsiver Agentenoperationen und Nebenmissionen ausgearbeitet.
Eine Farce ist hingegen die Kontrolle über den Präsidenten-Avatar.
Warum aber wurden sämtliche Videos entfernt? Eines der besten Elemente in Tropico 1 waren die kleinen Videos, welche beim Erlassen eines Ediktes eingeblendet wurden und jenes, dass beim Beenden eines Szenarios zum Abschied in den Ruhestand gezeigt wurde. Dort erklärte der Berater die Beziehungen zu den einzelnen Fraktionen und den Regierungsstil in sehr humorvollen Worten, so dass man versuchte auf immer andere Arten -sozialistisch, kapitalistisch, faschistisch, religiös fanatisch- zu regieren. All das wurde Ersatzlos gestrichen und durch graue (das ist keine Metapher, sie sind wirklich grau) Menüs ersetzt.
Als würde das die Bedienung nicht langweilig genug machen, hat man es auch noch geschafft, das von vielen als unübersichtlich bezeichnete Jahrbuch -ich fand es immer ganz brauchbar- des ersten Teiles vollkommen chaotisch zu gestalten. Die Diagramme sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen und haben grobe Fehler. So werden Ausgaben grundsätzlich als negativer Wert im Graph dargestellt, so dass sich nicht sofort erkennen lässt, wann sie die Einnahmen übersteigen. Außerdem vergisst man so ständig, dass ein sinkender Ausgaben-Wert steigende Kosten bedeutet.
Auch ist es nicht mehr möglich sich die gesamte Bevölkerung nach ihren Fraktionen, Altersgruppen und Nationalitäten aufzulisten. Eine zufriedenstellende Überwachung wird so erschwert und Aktionen wie beispielsweise die Auslöschung einer gesamten Fraktion durch Internierung oder Mord, wie man sie im ersten Teil vornehmen konnte, sind unmöglich. Nun, nicht unmöglich, aber man müsste jede Person auf der ganzen Insel einzeln überprüfen, was Stunden dauern könnte.
Wäre das nicht schlimm genug, so wird die Bedienung des Jahrbuches auch noch durch die schlechte Übersetzung erschwert. Was sage ich? Schlecht? Die Übersetzung ist das schlimmste, was ich in einem Spiel seit „Alrundra 2” gesehen habe:
An vielen Stellen wurde hier scheinbar der Google-Übersetzer ausgepackt. Ich kann mir ja vorstellen, dass der bulgarische Entwickler nicht unbedingt viele gut deutsch sprechende Mitarbeiter hat, aber der deutsche Publisher hätte ihnen doch jemanden zur Verfügung stellen können. Am besten stelle ich einmal ein paar Stilblüten vor:
Die Berufsklasse „Magd”. Dabei handelt es sich um Zimmermädchen, wie sie im ersten Teil auch hießen. Eine wörtliche Übersetzung des englischen „Maid”
Die „fette Dienstags Party”: Der amerikanische „Fat Tuesday” ist der Faschingsdienstag
Man kann seine „Holzfällerlager” auf „deutlichen Schnitt” einstellen. Das englische „clear cut” bedeutet Kahlschlag. Als solches wurde die Funktion auch im ersten Teil bezeichnet.
Ich habe lange gebraucht um herauszufinden, was das „Gleichgewicht” im Jahrbuch bedeutet. Es ist das englische Wort „balance” also zu deutsch Bilanz.
Beim Wohnungsbau der Unterschicht hat man die Wahl zwischen „Baracken” und „Schlafbaracken”, wobei letztere eine westlich qualitätvollere Behausung darstellen. Dieser Unterschied ist im Deutschen einfach nicht ersichtlich. Wahrscheinlich war es im Englischen zum einen die „barracks” und das „bunkhouse”. Hier hätte man im Deutschen mehr Kreativität erwarten können. Auch sehr seltsam ist es, dass Bewohner von „Eigentumswohnungen” Miete zahlen.
Das Handbuch ist noch schlimmer übersetzt. Hier wird beispielsweise der Fischereihafen als „Hafen des Fischers” tituliert.
Ich bin mir sicher, ich kann noch mehr finden.
Diese groben und hässlichen Fehler sind wirklich sehr ärgerlich und nehmen viel vom Spielspaß-
 
 
Felix M. Hummel
28 September 2009 @ 05:52 pm
http://www.break.com/index/cool-human-jumbotron-performance.html

Jetzt weiß ich, wofür ich in meinem Leben arbeiten werde: Ich möchte so einen Bildschirm in ordentlicher Auflösung zu hause haben. Ich muss dafür nur 983.040 Koreaner als Pixel und einen, der sie anschreit anstellen.
Wieviel mich das wohl bei einer 140-Stundenwoche kosten würde? Wenn es die FDP schafft einen Mindestlohn nach US-Vorbild einzuführen, wäre das mit 550.502.400,- Euro pro Monat ja eigentlich ganz bezahlbar. Nur irgendwie müsste man an der Reaktionsfähigkeit des Displays arbeiten, meinte André. Also, wieviel kosten 983.041 Tagesrationen an Amphitamin und wie oft muss ich dann mit medizinischen Ausfällen rechnen?
 
 
Felix M. Hummel
27 September 2009 @ 09:07 pm
Private Söldner patrouillieren die kameragesäumten Alleen, als ich in den strahlenden Sonnenschein hinaustrete. Sie wurden zum Dienst im Inland einberufen um den Verkehr in den Städten -ausgerüstet nur mit unschädlichen, weniger tödlichen Waffen- zu regeln, nachdem dieser durch zwei neue Regierungsprogramme vollständig zum erliegen gekommen ist. Ich muss etwas schmunzeln. Sogar die Bundesregierung gibt zu, dass es ein unglücklicher Zufall war, dass das Konjunkturpacket zur Komplettsanierung sämtlicher Hauptverkehrswege in der Bundesrepublik und das Projekt zur Generalförderung der deutschen Autoindustrie zur selben Zeit in Kraft getreten sind. Während ersteres auf die bekannte Art und Weise alle zweispurigen Autostrecken zum Sanierungsfall erklärte und diese von Baufirmen mit Länder- und Bundesmitteln sanieren ließ, stellte letzteres eine Innovation dar: Statt auf ein so unsicheres Mittel wie eine Abwrakprämie, nein Umweltprämie zu setzten, führte man eine Zwangssteuer auf Wägen unter einer gewissen Preisklasse ein, da so die traditionell hochpreisigeren und luxuriösen deutschen Automodelle dem Kunden bei einem Umstieg finanzielle Vorteile verschaffen würden.
Verbunden mit der Umwandlung des Schienennetzes der Bahn in Aktien und der Einstellung der kostspieligen Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs gelang es dieses Projekt, durch eine Konzentration des Verkehrs auf die Straße noch Wirkungsvoller zu machen.
Zu beginn schien sich in den weniger bemittelten Bevölkerungsschichten ein Problem abzuzeichnen, aber durch die liberalisierung des Inkassogewerbes konnte diese Lücke durch eine freigiebigere Kreditvergabe der Banken geschlossen werden.
Vielleicht würde man ja über die Nebenstraßen noch weiterkommen, wenn diese mittlerweile nicht schon völlig verfallen wären.
Prasselnd entläd sich eine MP-Garbe. Ein Kreditarbeiter hat wohl versucht das weite zu suchen. Doch nun liegt er röchelnd auf dem Boden, zusammengebrochen im Hagel der Gummigeschosse. Schon Sekunden später trifft ein Ambulanzdienstleister ein. Mit diesem Zwischenfall hat er seine Kreditarbeit um mehrere Jahre verlängert, denke ich mir. Aber es ist nur rechtens, dass ihm seine selbstverschuldeten Verletzungen auf seine Kreditschulden aufgeschlagen werden können.
Vielleicht war es ja aber auch ein Sträfling oder ein HartzV-Arbeiter. Viel unterschied gibt es dabei sowieso nicht.
Immerhin hat die Privatisierung des Gesundheitswesens viele neue Möglichkeiten geschaffen, und dabei rede ich gar nicht davon, dass jetzt Organe für andere Behandlungen in Zahlung gegeben werden können und die Versorgung viel schneller erfolgt. Zum Beispiel werden nun nicht mehr nur die großen Volkskrankheiten von den Pharmaunternehmen erforscht, sondern auch seltenere Leiden lohnen sich, sofern eine gewisse Anzahl wohlhabender Leistungsträger daran erkannt ist.
Außerdem hat sich damit das gesamte leidige Problem der ländlichen Entwicklung lösen lassen: Dadurch, dass die hausärztliche Versorgung in abgelegenen Landesteilen eingestellt und auf Klinik-Centers in den Zentren konzentriert wurde, hat die verstärkte Abwanderung eine weitere Betrachtung des flachen Landes unnötig gemacht. Dort leben nur noch einige von diesen terroristischen, halbverhungerten Bauern. Somit werden konjunkturgefährdende Projekte, wie der Ausbau schneller Internetverbindungen in diesen Gebieten aus der Welt geschafft sein.
Ja, das Internet. Ich werde wehmütig, wenn ich daran denke. Mir ist es nicht mehr erlaubt einen Anschluss zu benutzen, auch wenn ich bis Ende 2011 noch einen konstenpflichtigen Vertrag laufen habe. Warum dies eingetreten ist, kann ich nicht sagen. Telefonisch wurde mir vom Provider mitgeteilt, dass ich eine Mail mit meinen Gesetzesübertretungen erhalten hätte und dem Link folgen könne, um Einspruch zu erheben. Vielleicht kann ein Freund das irgendwann von seinem Anschluss aus für mich übernehmen, aber einerseits würde auch sein Anschluss gekappt, wenn er dabei erwischt würde und andererseits habe ich Angst vor den Vorwürfen, die in der Mail stehen könnten. Schließlich weiß ich überhaupt nicht, worum es sich dabei handeln könnte.
Aber nun muss ich zur Arbeit. Es ist weit, aber für meinen Z4 kann ich mir kein Benzin leisten. Ich wollte ja kein solches Gefährt, aber nur damit konnte ich meine Steuern weit genug senken, um meine Miete noch zahlen zu können.
Diese wurde ja schließlich schon wieder erhöht, da mir mein Vermieter die Kosten für den Schimmel in der Küche und den Schwehlbrand im Sicherungskasten im Keller in Rechnung stellt. Ich wollte ja kündigen, aber mein Vermieter nimmt solche Schreiben nur noch an einem Tag im Jahr entgegen.
Eigentlich betrete ich die Wohnung ohnehin nur noch zum Duschen. Aufgrund der fehlenden Heizung versuche ich im Flur zu schlafen und weitere Möbel habe ich nicht.
Einen PC brauche ich mit den neuen Sicherheitschips sowieso nicht mehr. Als es nur darum ging, Kinderpornographie, Verleumdungen, verfassungsfeindliche Inhalte und bereit zur Gewaltbereitschaft machende Killerspiele zu verhindern, habe ich es ja noch verstanden. Aber Mittlerweile erreicht man eigentlich nur noch die Seiten einiger großer Parteien und eines bebilderten Revolverblattes. Darauf kann ich verzichten. Die Gebühren sind wegen der Kosten der Inhaltsdatenspeicherung sowieso ins Unbezahlbare gestiegen.
Eigentlich war ich ja auch passionierter Jäger, aber irgendwann hat man mir die Tür aufgebrochen und meinen Panzerschrank mit den Waffen abtransportiert. Ich dachte an Diebstahl, doch als ich bei der Polizei anrief, verwies man mich an das Landratsamt weiter. Dort teilte man mir mit, dass schon alles seine Richtigkeit hätte und ich bitte meinen Jagdschein und die Waffenbesitzkarte bis morgen zum Entwerten vorbeibringen sollte. Die Uhrensammlung, welche man im Schrank gefunden habe würde aber leider die Verwaltungsgebühren nicht ganz decken. Ich wüsste ja, mit der Privatisierung...
Zwei Söldner in blitzender, schwarzer Panzerung stellen sich mir in den Weg. Ich muss zugeben, dass ich für einen Moment Panik bekomme, aber es handelt sich natürlich nur um eine Routinekontrolle, wie sie einem an manchen Tagen alle Paar Stunden passieren kann. Sie verlangen lediglich eine Speichelprobe und wollen sehen, ob mein Handy zur ordnungsgemäßen Ortung auch eingeschaltet ist. Mit einem leichten Taserschock lassen sie mich meines Weges ziehen.
Auf dem Weg muss ich noch in einem Schreibwarenladen vorbeischauen und ein Dutzend Aktenordner, ein paar Packete Büroklammern und Papier erstehen. Natürlich haben wir das alles im Büro, aber es ist irgendwie schwierig geworden es zu benutzen ohne wegen privater Nutzung -welche selbstredend Diebstahl wäre- fristlos entlassen zu werden. Den Wanzen des Chefs entgeht eben kein Effizienzverlust mehr.
Die Mittagspause, welche ich zum Aufarbeiten meines Aktenberges verwenden wollte, entfällt leider wieder einmal wegen eines Terroralarms. Wenigstens erwischt es mich nicht, man verhaftet jemand anderen. Die Zeit werde ich aber nicht mehr einholen können. Da ich keine Vergleichszahlung an den Arbeitgeber für die mangelnde Effizienz anbieten kann, ist mit die Kündigung gewiss. Die neue Wirtschaftskrise und die Inflation haben dem unternehmen aber sowieso schon das Genick gebrochen
Komisch, dass man gestern, als der Rentner im Mietshaus neben dem Büro um sich geschossen hat, keinen Alarm ausgelöst hat. Vielleicht haben ja auch die Söldner ein bisschen Verständnis für den Zorn der Alten. Schließlich stehen auch sie selbst auch einmal vor dem Nichts, wenn sie nicht genügend Konfiszieren können um ein Alterskissen aufzubauen.
Die wachsende Zahl der jugendlichen Attentäter schlägt man dagegen sehr blutig nieder. Letzte Woche erst wurde diese Disko -ich glaube es war die letzte im ganzen Landkreis- von den Söldnern gesprengt. Dabei muss ich sagen, dass ich die Jugend hier wiederum etwas verstehen kann. Der Abschluss an einer Haupt- und einer Realschule oder einem Gymnasium ist etwas, was einen eigentlich zur Konjunktur-Zwangsarbeit verdammt. Eine der privaten Vorschulen kann sich ein Normalsterblicher ja nicht leisten. Doch nur diese qualifizieren für eine Ausbildung oder gar einen Universitätsbesuch. Natürlich kann man sich letzteren sowieso nur leisten, wenn man sich auch eine Vorschule leisten konnte. Also ist es doch irgendwie ganz gut so wie es ist. Probleme gibt es schließlich immer.
Als ich um zwei Uhr nachts von der Arbeit nach Hause komme muss ich feststellen, dass man mein Türschloss ausgetauscht hat. Nur eine Rechnung hängt am Türgriff.

Ein Tag in Deutschland – im Dezember 2009

Ein paar Details fehlen noch, aber es war ja auch nur so ein Einfall.
So lange ich keinen Lektor habe, lese ich hier auch nicht Korrektur.
 
 
Felix M. Hummel
27 September 2009 @ 01:00 am
Gerade habe ich ein weiters Teilstück meiner neuen Webseite (hummel.vndv.com) überarbeitet und dabei einen Platzhalter mit Vorschau für eine werdende Geschichte geschaffen.
Wieder war es ein Traum, welcher mich ziemlich mitgenommen hat. Da in einem Traum alle Sinneseindrücke wesentlich stärker wirken können als im realen Leben, ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich niemals eine bessere und durchdachtere Argumentation gehört habe, als in diesem nächtlichen Bild.
Dennoch, finde ich es erstaunlich, für was mein alter ego dort vor einem Gremium aus drei in Kutten gehüllten Gestalten gesprochen hat: Für das Leben als Tier und dessen Überlegenheit vor dem Menschen.
Es wurde hier nicht das eigentliche Tier über die menschliche Rasse gestellt, sondern Versucht das Nicht-Denken und das Sein ohne Selbstbewusstsein propagiert. Der Knackpunkt war, dass nur durch das Bewusstsein unangenehme Empfindungen wie Reuhe, Angst und Zweifel entstehen können. Ein niederes Tier, wie ein Reptil -höhere Säuger eher doch- kann diese Zustände nicht erleiden und steht deshalb in seiner gesamten Existenz über dem Menschen.
Tiere symbolisierten in diesem Fall den Seelenfrieden, oder das Nirvana, welches der Mensch mit seinem komplexen Denken niemals erreichen kann.
In meinem Traum war die Entscheidung für den Argumentierenden klar. In der echten Welt jedoch muss man sich damit abfinden, dass ein solche Status nicht erreichenswert ist.
Ich hasse das Leben.
 
 
Felix M. Hummel
20 September 2009 @ 10:45 pm
Habe mir heute District 9 angesehen. Kurz gesagt, war er nicht schlecht, aber wirklich vom Hocker gerissen hat er mich nicht. Warum, kann ich allerdings nicht genau sagen.

Die ersten Dinge, welche bei diesem Film am meisten hervorstechen sind folgende:
Es werden so überdurchschnittlich viel Leute über die Kameralinse verteilt, dass man meinen Könte 2/3 des Drehbudgets wären für Glasreiniger draufgeganen. Auch Zwischenrufe des Resigeurs wie "Schnitt! Das Gehirnbröckchen ist viel zu früh von der Scheibe geglitsch! Pappt es wieder fest. Ja, und macht noch ein bisschen Blut drüber bitte!", kann man sich bei Leibe gut vorstellen.
Dabei ist der Film nicht einmal so sehr brutal. Es platzen nur einfach sehr viele Leute. Der Arm wird nur zweien abgerissen, wenn man jenen Söldner nicht mitrechnet, welcher in etwa gevierteilt wird. Dass so gut wie jede Einstellung, in welcher jemand erschossen wir, aus einem Blickwinkel schräg von hinten aufgenommen wird, so dass dem Zuschauer die Blutwolke malerisch entgegensprüht, bringt einen irgendwann ab der hälfte des Filmes zum Schmunzeln.

Die andere Sache ist: Der Hauptcharakter ist ein Würstchen. Und zwar nicht einer jener Angsthasen aus Hollywood-Filmen, welcher ab der Mitte zum Wahren Helden (tm) mutiert, denn sogar seinen Todesmut am Ende kauft man diesem Herren Wikus van der Merwe schon allein aufgrund seines Namens nicht ab. Ein Gleichnis: Man stelle sich das Ende von Aliens (also Alien 2) vor, als Ripley in diesem mechanischen Anzug steckt. Doch statt auf die Alienkönigin loszugehen kreischt sie wie ein kleines Mädchen und läuft laut scheppernd und die Einrichtung demolierend davon.
Selten wurde ein überzeugenderes Würstchen dargestellt.

Über den Inhalt des Plotes brauche ich hier nichts zu schreiben, dies kann man anderen Quellen entnehmen. Ich gebe hier nur meinen Senf dazu.
Die Geschichte ist relativ innovativ, bedient sich aber all zu oft abgedroschener Klischees. Dabei bildet das glubschäugige Alienkind eindeutig den Höhepunkt, steht aber bei weitem nicht alleine da. Es sind viele kleine Momente, bei welchen man sich denkt, man habe das selbe doch schon einmal in einem anderen Film gesehen.
Hinzu kommt, dass der Film, wie es ein Kumpel von mir ausgedrückt hat, recht anstrengend ist. Dies liegt einerseits an dem ständigen hin und her des Plotes, dem dauernden Wechsel des Hauptcharakters zwischen Jäger und Gejagtem und andererseits an den regelmäßig auftauchenden ausweglosen Situationen. Van der Merwe gerät alle Nase lang in eine Falle oder brockt sich, als Arschloch, das er eben ist, solche Schlamassel ein, dass man ständig seinen Tod erwarten muss. Am Anfang zweifelt man sogar recht stark daran, dass er der Hauptcharakter werden würde. Zumindest ich glaubte, dass er gleich abkratzen und die richtige Geschichte anfangen würde.

Insgesamt muss man dennoch sagen, dass der Film recht gelungen ist. Er ist nicht das aller innovativste, glänzt über weite Strecken nicht gerade mit scharfsinnigem Plot, aber er macht ein sehr stimmiges Gesamtbild und ist relativ spannend.
Hätte man doch nur dieses verdammte Alienkind weggelassen, es führt nur dazu, dass die Aliens nur wie anders aussehende Menschen wirken.
Interessant ist dabei auch, dass diese Viecher im Deutschen als "Shrimps" und im Englischen als "Prawns" bezeichnet werden.

Irgendwann kam mir auch der Gedanke, dass der Film eine kommunistische Grundhaltung hätte. Die Wesen werden als führungslose "Arbeiter" beschrieben, welche von einem Großkonzern, welcher nur auf Profit aus ist, unterdrückt. Natürlich war dies nur eine komische Idee, denn ich habe auch einmal gelesen, dass eigentlich die meisten Filme eine ähnliche Grundhaltung haben. Wer will schon etwas über einen Pfeffersack sehen, welcher sich erfolgreich gegen ein Rudel Mittelloser zur Wehr setzt?
 
 
Felix M. Hummel
20 September 2009 @ 10:37 pm
Hab' gerade die Nutzungsbedingungen bei Facebook gelesen. Damit habe ich auch den Rest allen Inhaltes aus meinem etwa zwei Wochen alten Profil gelöscht.
Glücklicherweise habe ich noch keine Fotos oder so etwas hochgeladen.
 
 
Felix M. Hummel
19 September 2009 @ 02:45 pm
ht tp://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=7832298&artId=14252181

Ich finde das sehr interessant. Es erinnert stark an die Hetzkampagnen gegen Comics, alias "Schundhefte", welche bis vor ein paar Jahren an Schulen betrieben wurden.
Ich höre immer wieder gerne, wie damlas die Kinder ihre gesamten Comicsammlungen abgebenkonnte und im Gegenzug ein pädagogisch und ideologisch einwandfreies "Hanni und Nanni"-Bändchen oder ähnliches erhielten. Nicht wenige beißen sich heute in den hintern, diesen Unfung mitgemacht zu haben. Viele ältere Menschen würden auch heute noch ihre Nase in ein Donald Duck-Heftchen aus den 70ern stecken. Hanni und Nanni dagegen...

Nun, man kann hoffen, dass diese Ächtungskampagne, zumal sie wenig Rückhalt bei ihrer Zielgruppe haben dürften, auch bald wieder in der Versenkung verschwinden.
Es ist dennoch immer wieder erschreckend, wie es jede Generation schafft, die Freizeitbeschäftigung ihrer Jugend zu Verteufeln.
Aber natüüürlich, gewalthaltige Computerspiele sind ja etwas völlig anderes, als Schundhefte oder Rockmusik. Diese waren ja völlig harmlos, werden viele der älteren Generationen sagen. Doch damals hielt man diese für genauso gefährlich wie heute Computerspiele.
Schließlich war eines der ersten Medien, welches in Deutschland als Jugendgefährdend eingestuft wurde, ein Comic namens "Der kleine Scherriff".
Jetzt fehlt eigentlich nur noch das berühmte Zitat Platos über die Jugend von heute.
 
 
Felix M. Hummel
14 September 2009 @ 08:44 pm
Aus dem tödlich gelaufenen Angriff (-hier sprechen alle Politiker einstimmig von Mord, doch wird es wohl auf Körperverletzung mit Todesfolge hinauslaufen, wenn die Politik die Justiz nicht genug beeinflussen kann-) soll laut Seehofer kein Wahlkampfthema gemacht werden. Aber Killerspiele müsse man trotzdem verbieten. Und die SPD ist schuld, dass man das Jugendstrafrecht noch nicht verschärft hat. Aber das ist ja kein Wahlkampf. Neinnein.

Woher kommt nur dieses abstoßende Gekeife der etablierten Parteien nach einem verschärften Strafrecht nach Fällen von Jugendgewalt? Und warum hörte man diese schrillen Schreie nicht nach der kürzlich geschehenen Serie von Mehrfachmorden durch Erwachsene und einen Rentner?

Letzteres kann ich nicht wirklich beantworten. Es scheint aus dem unterbewussten bis bewussten Willen zum Machterhalt durch die älteren Bevölkerungsschichten herzurühren. Diese altern immer mehr und haben Angst von Jüngeren ersetzt zu werden. Um dies zu verhindern, dreschen sie, so lange sie sich noch halten können, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die unter ihnen liegenden Generationen ein.
Man möchte es nicht glauben, aber für viele scheint es so zu sein, dass Mord und Todschlag ab einem gewissen Alter der Täter eher als _normal_ angesehen werden. Die selbe Tat, welche durch einen Jugendlichen begangen, schwere politische Diskussionen nach sich zieht, ist, durch einen älteren Menschen begangen kaum eine Randnotiz in der Zeitung wert.

Nun zu einer Verschärfung des Strafrechts an sich.
Der oft gehegte Gedanke, dass schwerere Strafen Straftaten verhindern wurde eigentlich schon oft genug widerlegt. Würde ein solcher Bezug tatsächlich vorhanden sein, so müsste man nur die Todesstrafe und sonstige Leibstrafen einführen um die Kriminalitätsrate Deutschlands deutlich zu senken. Da dieser Vorschlag aber niemals kommt, kann man erkennen, dass die vordernden Politiker selbst nicht so richtig an den von ihnen hergestellten Bezug glauben. Oder sie sind zu feige, die Konsequenzen ihrer eigenen Argumentationskette zuzugeben.

Der eigentliche Punkt, auf den ich kommen wollte, ist jedoch das Menschenbild, auf welchem diese Argumentation basiert: Es ist das Idealbild des aufgeklärten Menschen, der in allem seinen Handeln die absolute Vernunft, oder zumindest den Eigennutz einhält.
Wie wir wissen, war die Aufklärung maßgeblich daran beteiligt, dass die auf dem biblischen "Aug' um Aug'" begründeten spiegelnden Leibstrafen des Mittelalters, die praktisch als Rache am Täter gedacht waren, durch abschreckende oder "wiedergutmachende" Strafen ersetzt wurden.
Doch wir kann eine Strafe abschrecken? Es muss erwartet werden, dass ein Mensch, der in Versuchung gerät eine illiegale Tat zu begehen zuvor nachdenkt und von ihr, im Hinblick auf die Konsequenzen absieht. Dies verlangt eine vernünftige Reflexion, zu welcher der Aufklärung nach, jeder Mensch fähig ist.
Doch hier liegt ein Denkfehler.
Würde jeder Täter vernünftig über die bevorstehende Tat nachdenken, dann wäre unsere Kriminalstatistik wohl sehr niedrig. Zum einen, weil viele Täter von den Strafen abgeschreckt würden. Zum anderen aber, weil jene Taten, die dennoch begangen würden, zum überwiegenden Teil so vernünftig durchdacht wären, dass sie niemals als Straftat erkannt, geschweige denn aufgeklärt werden könnten. Übrig blieben nur jene, Fälle, bei welchen der Täter aufgrund mangelnder Informationen nicht alle Möglichkeiten erwischt zu werden durchdenken konnten.
Affekthandlungen und Taten, welche nicht so ausgehen, wie es gedacht war, gäbe es praktisch nicht.
Wir können also zusammenfassen, dass die Androhung von Strafen überhaupt nur bei vernünftig denkenden Menschen, die nicht glauben, dass sie ein perfektes Verbrechen begehen könnten. Die ist glücklicherweise der Großteil der Bevölkerung. Außer den Verbrechern.

Abschreckende Strafen sollen durch ihre Schwere verhindern, dass eine Tat überhaupt nicht begangen wird. Müssen sie vollstreckt werden, haben sie ihren präventiven Zweck eigentlich schon verfehlt und sind nutzlos.
 
 
Felix M. Hummel
14 September 2009 @ 11:36 am
htt p://rettedeinefreiheit.de/